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BVL-Positionspapier Logistik und IT

Autoren: Michael ten Hompel, Jakob Rehof, Frauke Heistermann
Erschienen als Positionspapier der BVL


Download des vollständigen Positionspapiers unter:
www.bvl.de/positionspapier-it

Die Informatik konsequent vom Standpunkt der Logistik aus zu betrachten, ist der Kern eines Positionspapiers der Bundesvereinigung Logistik (BVL) e.V., das anlässlich des 31. Deutschen Logistik-Kongress in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Es umfasst zwölf Thesen und trägt den Titel „Logistik und IT als Innovationstreiber für den Wirtschaftsstandort Deutschland – Die neue Führungsrolle der Logistik in der Informationstechnologie“.

Das Positionspapier ist das Ergebnis der Diskussionen einer Arbeitsgruppe unter Leitung der BVL-Vorstandsmitglieder Prof. Michael ten Hompel und Frauke Heistermann (AXIT AG) sowie BVL-Mitglied Prof. Jakob Rehof (Fraunhofer ISST). Ferner gehörten ihr Prof. Robert Blackburn (BASF SE), Dr. Karls-Friedrich Rausch (DB Mobility Logistics AG), Frank Wiemer (REWE-Zentral AG), Prof. Thomas Wimmer (BVL) und Prof. Stefan Wolff (4flow AG) an.   

Die 12 Thesen auf einen Blick 

These 1: Logistik und IT zusammendenken

Die Verbindung zwischen Informationstechnologie (IT) und Logistik birgt das größte Potenzial für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Es muss daher der zentrale strategische Anspruch der Logistikwirtschaft und -wissenschaft sein, eine taktgebende Führungsrolle in der Informatik und bei der Entwicklung von Informationstechnologien zu übernehmen.

These 2: Informationslogistik als eigenständige Disziplin

Nur Länder mit eigener Technologieentwicklung werden einen signifikanten Wettbewerbsvorsprung halten können. Politik und Wirtschaft sind gefordert, Rahmenbedingungen zu schaffen und Maßnahmen zu ergreifen, um softwaretechnologische Innovation zu ermöglichen. Die Informationslogistik muss als eigenständiges Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsumfeld begriffen werden mit dem Ziel, Software zu produzieren wie Autos. Um Logistik und IT als Wissenschaft zu etablieren, müssen in Deutschland 100 neue Logistiklehrstühle und viele davon mit IT-Bezug geschaffen werden.

These 3: Megatrends und Innovationstreiber

Die deutsche IT-Forschung und Innovation muss bewusst beschleunigt werden, indem die Standortvorteile genutzt und gestärkt werden. Die größte strategische Chance besteht darin, die vertikale Integration von Logistik und IT voranzutreiben, verbunden mit den Standortvorteilen in der Logistik und in der Produktion. Der Informationslogistik als Bindeglied zwischen IT und Produktion kommt eine Schlüsselrolle sowohl beim Management als auch beim Design der Systeme zu.


These 5: Komplexität

Komplexität und Dynamik wachsen in der Logistik überproportional. Die größte strategische Chance besteht aus deutscher Sicht in einer schnellen innovativen Entwicklung branchenspezifischer IT-Werkzeuge in der Logistik. Dies muss jetzt passieren, da der Markt innerhalb weniger Jahre besetzt werden wird.

These 4: E-Commerce und M-Commerce

Erfolgreiche Zustellsysteme im E-Commerce und M-Commerce basieren auf einer umfassenden Logistik- und IT-Kompetenz. Unternehmen, die nicht auf die Verbindung von IT und Logistik fokussieren, werden mittelfristig aus dem Wettbewerb ausscheiden.

These 6: Transparenz

Transparenz und Rückverfolgbarkeit sind die Grundlage des logistischen Managements und Garanten für die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Supply Chains. Dies sicherzustellen, erfordert die Entwicklung und konsequente Einführung neuer Informationstechnologien.

These 7: Collaboration

Logistik ist ein internationales Geschäft. IT-Lösungen, die eine IT-gestützte, unternehmensübergreifende Zusammenarbeit im Sinne von Collaboration und einen schnellen, automatisierten Datenaustausch ermöglichen, sind ein wesentliches Differenzierungsmerkmal der Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Bestehende Lösungen und Forschungsvorhaben hierzu müssen von Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Politik unterstützt werden.

These 8: Digitale Infrastruktur

Die Datenmenge in der Logistik vertausendfacht sich alle zehn Jahre. Investitionen des Bundes in breitbandige und mobile Datennetze müssen zur Wettbewerbssicherung des Standortes und zur Sicherstellung eines schnellen und sicheren Datenaustausches erhöht werden.

These 9: Normung & Standards

Die Entwicklungsgeschwindigkeit der Informationslogistik führt zunehmend zu De-facto-Standards. Die notwendige Geschwindigkeit und Tiefe der Standardisierung und Normung zu gewährleisten, ist eine internationale Aufgabe, die auch auf nationaler Ebene unterstützt und aktiv gefördert werden muss. Dies trägt zur Standortsicherung Deutschlands bei und vermeidet die Abhängigkeit von Monopolen. Internationale Standards sind anzustreben.

These 10: Sicherheit

Rechtssicherheit auf Basis klarer, transparenter Regeln und lände- rübergreifende Lösungen und Vereinbarungen sind für die Logistik essenziell. Die Schaffung einer sicheren „German Cloud" ist ebenso notwendig wie chancenreich.

These 11: Industrie 4.0

Die 4. Industrielle Revolution und konkret die Soft- und Hardware-Entwicklungen sowie die korrespondierende Algorithmik und deren Anwendung in der Logistik müssen von den Entscheidungsträgern in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft vorangetrieben werden.

These 12: Mensch und IT in Zeiten der 4. Industriellen Revolution

Die Logistik in Deutschland beschäftigt über 2,8 Millionen Menschen. Sie ist auch in Zeiten einer Industrie 4.0 auf menschliche Flexibilität, Kreativität und Schaffenskraft angewiesen. Es gilt, insbesondere Entwicklungen im Bereich der Informationstechnologien in den Dienst einer „Social Logistics" zu stellen, die die Vernetzung des Menschen in den „Social Networks" einer Industrie 4.0 propagiert und ihn zugleich als soziales Individuum adressiert.

 



(C) Michael ten Hompel  |  Dortmund, Germany